Was ist Real Arnis?

Arnis, Kali und Eskrima sind Oberbegriffe für die philippinischen Kampfkünste.

Da die Philippinen aus ca. 7700 Inseln bestehen, welche sich in ihrer Geschichte permanent in kriegerischen Auseinandersetzungen befanden, haben sich dort eine Vielzahl von Kriegskünsten und Kampfstilen entwickelt. So unterschiedlich diese Kampf- und Verteidigungsstile aufgrund ihrer räumlich getrennten Entstehung auch waren, hatten sie doch eines gemeinsam – ihre Effektivität. Real Arnis fasst nun viele dieser Stile zusammen, zu einem auf waffenbasierenden System. Nur Waffen? Nun, es gibt viele Kampfsportarten die auch Waffen in ihrem Trainingsprogramm anwenden, z.B. Kung Fu und Karate. Was also ist an Real Arnis anders? Während man im Kung Fu zunächst waffenlose Techniken unterrichtet und später dem Fortgeschrittenen Schüler erst im Gebrauch der Waffen unterrichtet, geht man im Real Arnis den umgekehrten Weg.

Der Schüler lernt von Anfang an den Umgang mit dem Stock, da es immer leichter ist, sich mit einer Waffe zu verteidigen, als ohne. Dieses Prinzip gilt nun auch im Training. Oft begegnet einem das Argument, dass man keinen Stock dabei hat, wenn man ihn benötigt. Wer Real Arnis trainiert wird jedoch bald feststellen, dass sich die Stocktechniken auch waffenlos anwenden lassen, denn das dahinterstehende Prinzip ist das Entscheidende. Wir gehen wir davon aus, dass die Waffen lediglich eine Verlängerung unseres Körpers sind und „ohne Stock“ setzen wir das Prinzip auf unsere Hände um. Da im Real Arnis der Umgang mit Stock, Messer, Schwert und verschiedenen anderen Waffen und Gegenständen erlernt wird, ist man im Ernstfall auf eine Verteidigung gegen diese Waffen hervorragend vorbereitet. Denn wie soll man sich gegen etwas verteidigen was man nicht kennt? Darüber hinaus versetzt das umfangreiche Waffentraining den Real Arnis Betreibenden in die Lage, jeden Alltagsgegenstand effektiv in seine Selbstverteidigung einzubeziehen, ob es sich dabei um eine zusammengerollte Zeitung, einen Schal, einen Kugelschreiber oder einen Regenschirm handelt, spielt dabei keine Rolle. Durch diese Vielseitigkeit ist Real Arnis auch eine ideale Ergänzung zu anderen Kampfsportarten.
Was bringt mir Real Arnis?

* Einblicke in verschiedene faszinierende süd-ost-asiatische Kampfkünste * motorische Fähigkeiten kontrolliert einsetzen und effektiv nutzen * Situationseinschätzung durch aktives Reaktionstraining * schnelleres Reaktionsvermögen durch dynamisches Reaktionstraining * mehr Selbstvertrauen durch realistische Selbstverteidigungstechniken * die Fähigkeit im Notfall effektiv zu Handeln und zur Wehr zu setzen * kontrollierter Umgang mit Schlag-/Stichwaffen u. alltäglichen Gegenständen * Steigerung der Fitness auf sehr abwechslungsreiche Weise * Motivation und Training in einer Gruppe

GEOGRAPHIE:

Staat in Asien, umfaßt 7107 Inseln
und Eilande im Pazifik.
Die Philippinen sind ein Inselstaat im südpazifischen
Raum und vom südchinesischen Meer im Nordosten,
vom Pazifischen Ozean im Westen und von der Sulu
See im Süden begrenzt. Die nächsten Nachbarstaaten
sind Taiwan im Norden und Indonesien im Süden.

BEVÖLKERUNG:
73 Millionen Einwohner

GESAMTFLÄCHE:
298.170 Quadratkilometer

HAUPTSTADT:
Manila

AMTSSPRACHE:
Filipino (Tagalog)

ZEITZONE:
MEZ +7Std.

VERWALTUNG:
13 Regionen

NATIONALFEIERTAG:
12.6.

UNABHÄNGIGKEITSTAG:
4.7.1946

WÄHRUNG:
1 Phil. Peso (P) = 100 Centavos

BESTEHT AUS:
7107 Inseln
Die größten sind Luzon: 104.000 qkm und Mindanao: 95.000qkm


Die Philipinische Flagge

Die Philipinische Flagge

Die Philippinische Flagge wurde 1898 von General Emilio Aguinaldo gezeichnet. 1919 erhielten die Philippinen die Erlaubnis, die Flagge zu hissen, zusammen mit den “Stars and Stripes”. Im Jahr 1955, als die Philippinen eine Art Commonwealth erhielten, wurde sie zur Nationalflagge. Die weiße Farbe steht für den Frieden und die Reinheit auf die das Land aufgebaut sein soll. Das Dreieck der weißen Farbe symbolisiert mit den 3 Ecken die Widerstandsbewegung der Philippinen aus der spanischen Besatzungszeit, kurz “Katipunan” oder “Triple K” (dreifaches K).

Die drei Ecken stehen also für die drei K's. Die Sonne mit Ihren acht Strahlen, stellen die ersten acht Provinzen dar, die sich gegen die Spanier erhoben haben. Dies waren Rizal(Manila), Bulacan, Nueva Ecija, Tarlan, Cavite, Laguna, Batangas und Pampanga. Diese Provinzen liegen alle bei Manila.

Die Sterne symbolisieren die drei großen Landesteile der Philippinen, Luzon im Norden, die Visayas (spricht sich Bisayas) in der Mitte und Mindanao im Süden. Die Blaue Farbe steht für die Einheit des Philippinischen Volkes, trotz kultureller und geographischer Unterschiede: die Philippinen bestehen aus 7107 Inseln. Die Rote Farbe steht für den Willen und die Bereitschaft der Filipinos, Blut für ihr Land zu lassen. Im Kriegsfall wird die Flagge umgedreht, also mit der Roten Farbe nach oben.


Die Geschichte der spanischen und amerikanischen Besatzungszeit auf den Philippinen

Schon im Jahr 1521 versuchte der unter spanischer Flagge segelnde portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan die Philippinen zu erobern. Er verließ Spanien am 10.09.1519 und segelte mit fünf Schiffen in Richtung Westen. Nach 18 Monaten erreichte Magellan mit seiner halbverhungerten Crew die Philippinen. Er wurde von verschiedenen Eingeborenenstämmen freundlich empfangen und mit Verpflegung versorgt. Auch auf Cebu wurde er freundlich empfangen und er schloss Freundschaft mit dem dortigen Häuptling Humabon, mit dem er sogar Blutsbrüderschaft schloss. Humabon hatte Schwierigkeiten mit Lapu-Lapu, einem seiner Vasallen. Magellan wollte seinem Freund mit der Kampfkraft der Spanier imponieren und beschloss nach Mactan zu segeln, der Cebu vorgelagerten Insel, auf der Lapu-Lapu regierte, um ihn zu unterwerfen.


Das Training

Den Anfängern werden im Arnis zuerst die Basistechniken, wie Schläge und Blöcke beigebracht, welche unerlässlich für das reguläre Training sind. Anschließend wird der Schüler an die sog. Sinawalli herangeführt. Bei Sinawalli handelt es sich um Schlagkombinationen, die entweder mit einem oder mit zwei Stöcken ausgeführt werden können, oder mit und ohne Partner. Sinawalli sind eine sehr gute Übung für Koordination, Kondition, Schlagkraft und um generell ein Gefühl für die Stöcke zu entwickeln.

Nach dem Erreichen gewisser Grundfähigkeiten, wird der Schüler in den Entwaffnungen unterrichtet. Das heist dem Angreifer seine Waffe zu entreißen um sich zu verteidigen. Diese werden sowohl mit Stock als auch Waffenlos umgesetzt.

Sämtliche Techniken lassen sich auch vom Stock auf Altagsgegenstände (Flaschen, Schlüssel, Handtücher ect.) und auch waffenlos umsetzen, um so eine möglichst hohe Wirksamkeit im Alltag zu gewährleisten.

Real Arnis ist eine Symbiose aus folgenden Stilen: Modern Arnis, Pananandata Arnis, Lapunti Arnis, Combat Arnis, Warrior Escrima, Doce Pares Escrima, Kali und Silat

Real Arnis Schulen sind mittlerweile schon in mehreren Europäischen Ländern vertreten.
Der Cheftrainer der International Real Arnis Federation, ist Punong Guro Alfred Plath


Manuel van Tongeln
Arnis Trainer
seit 2007