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Wing Chun – Was ist das?

Wing Chun ist eine realistische Selbstverteidigung die, die Kraft des Gegners nutzt. Ohne feste Regeln reagiert der Wing Chun Kämpfer mit schnellen Techniken auf die Angriffe der Gegner.

Diese Kampfkunst benötigt keine speziellen körperlichen Voraussetzungen und ist für jeden erlernbar.

Da Wing Chun nur wenige Grundtechniken nutzt, die miteinander vielseitig kombinierbar sind, entwickelt sich schnell ein hohes Selbstvertrauen im Umgang mit dieser Kampfkunst.

Mit zunehmender Erfahrung und mit speziellen Techniken sensibilisiert sich das Bewustsein und der Körper so, das der Kämpfer reflexartig auf gegnerische Aktionen reagiert.


Die Wing Chun Geschichte

Man sagt, daß vor ca. 350 Jahren in China während der Belagerung des Shaolin Klosters durch die Manchusoldaten ein Feuer ausbrach, daß das Kloster in Schutt und Asche legte und die meisten Bewohner des Klosters tötete.
Einige wenige kampfkunsterfahrene Mönche konnten entkommen und lebten seitdem unter falschem Namen an anderen Orten. Zu diesen Überlebenden gehörte die Nonne Ng Mui eine der fünf Älteren des Shaolin Klosters.
Die buddhistische Nonne zog an den Fuß eines Berges, der an die Szechwan Provinz grenzte.

Um sich an den Verrätern zu rächen, die das Shaolin Kloster zerstört hatten, entwickelte sie eine neue Kampfmethode, die dem Shaolin Kung Fu überlegen sein sollte. Dieses neue System sollte alle Schwachpunkte der Shaolin Techniken für sich ausnutzen.
Die Inspiration für das neue System bekam Ng Mui durch den Kampf zwischen einem Fuchs und einem großen wilden Kranich.
Der Fuchs lief im Kreis um den Kranich herum, denn er hoffte einen tödlichen Angriff gegen dessen ungeschützte Flanke anbringen zu können. Der Kranich aber blieb in der Mitte des Kreises und drehte sich stets so, daß seine Front immer dem Fuchs zugewandt war. Jedes mal, wenn der Fuchs dem Kranich zu nahe kam und ihn etwa mit einer Pfote angreifen wollte, wehrte der Kranich mit einem Flügel ab und führte gleichzeitig einen Gegenangriff mit seinem Schnabel aus. Der Fuchs verließ sich hingegen auf die Schnelligkeit seiner Läufe und Überraschungsangriffe, nach einiger Zeit merkte der Fuchs jedoch, daß er dem Kranich unterlegen war und ergriff die Flucht.
Da Ng Mui nur das Konzept von diesen Tieren übernahm, bekam das neue System nicht den Namen Fuchs Kung Fu oder Kranich Kung Fu, so wie es sonst im Kung Fu üblich war. So geschah es, daß das neue System welches Ng Mui entwickelte keinen Namen erhielt.

In etwa zur gleichen Zeit lebte in der Kwantung Provinz das Mädchen Yim Wing Chun, das seit dem Tode ihrer Mutter mit ihrem Vater, Yim Lee allein aufwuchs.
Schon als kleines Kind wurde sie dem Jüngling Leung Bok Chau, einem Salzkaufmann aus der Provinz Fukin versprochen. Yim Lee der gewisse Kampftechniken des Shaolin Stiles erlernt hatte, sorgte in seiner Gegend für Gerechtigkeit, wenn es sich als nötig erwies. Als er eines Tages deswegen unschuldig in eine Gerichtssache verwickelt wurde, floh er, um einer Verhaftung zu entgehen, mit seiner Tochter an die Grenze der Provinz Szechwan und Yunnan. Er ließ sich am Fuße des Tal Leung Berges nieder und verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit einem Verkaufsstand für Tofu und andere Nahrungsmittel.

Im Ort gab es einen streitsüchtigen Mann Namens Wong. Die Dorfbewohner konnten ihm nichts anhaben, da er ein Kung Fu Meister war und einem Geheimbund angehörte. Der Arm des Gesetzes reichte nicht bis in dieses weit entfernte Grenzdorf.
Angezogen von der Schönheit Wing Chuns schickte Wong einen Boten zu ihr, wobei er um ihre Hand anhielt, mit der Drohung, ihr eine Frist zu setzen und Gewalt an zu wenden, falls sie sich weigere.
Sie selbst war zu schwach um ihm Widerstand zu leisten, und ihr Vater war inzwischen zu alt, um sie zu schützen. Von diesem Tag an machten Vater und Tochter sich große Sorgen um die Zukunft.

Zu dieser Zeit lebte die Nonne Ng Mui im Weißen Kranich Tempel am Tai Leung Berg und kam mehrere male im Monat zum Marktplatz des besagten Dorfes, um Notwendiges einzukaufen. Sie war eine regelmäßige Kundin von Yim Lee, und so kam es das sie sich öfter unterhielten.
Eines Tages erkannte sie am Verhalten und an den Blicken Wing Chuns und ihres Vaters, daß diese von Sorgen gequält wurden. Auf ihr Fragen erzählten Vater und Tochter ihr alles.

Ng Mui beschloß Wing Chun zu helfen, aber nicht, indem sie selbst den Bösewicht besiegte (was sie früher sicherlich getan hätte).
Denn zum einen wollte sie ihre falsche Identität nicht aufgeben und zum anderen wäre ein Kampf zwischen ihr, der berühmten Meisterin eines angesehenen Kung Fu Stils, und einem unbekannten Dorfschläger ungleich und damit unfair und ruhmlos gewesen.
Deshalb wollte sie Wing Chuns Problem lösen, indem sie sie mit in ihren Tempel nahm, um ihr die Kunst des Kämpfens zu lehren.
Nach drei Jahren Unterricht schickte Ng Mui Wing Chun wieder zu ihrem Vater zurück. Kaum das sie wieder im Dorf war bedrängte Wong sie erneut. Dieses mal lief Wing Chun nicht vor ihm davon, sondern forderte ihn zum Kampf auf. Wong war sehr siegessicher freute sich darauf, daß schöne Mädchen endlich für sich gewonnen zu haben. Er sollte sich aber täuschen, denn Wing Chun schlug ihn zu Boden, wo er hilflos liegenblieb, so daß er nie wieder das Verlangen hatte sie zu belästigen.

Nach dem Ereignis verließ Ng Mui den Tai Leung Berg. Vorher aber ermahnte sie Wing Chun, die Regeln der Shaolin einzuhalten, einen würdigen Nachfolger zu finden und nur die richtigen Schüler zu unterweisen.
Wing Chun heiratete schließlich doch ihren Verlobten Leung Bok Chau und gab die neue Kampfkunst-Methode, die sie von Ng Mui gelernt hatte, an ihn weiter.
Sie unterhielten sich oft über die Theorie der Kampfkunst, Leung Bok Chau jedoch, der selbst verschiedene Kung Fu Stile beherrschte, hörte anfangs kaum zu, denn er glaubte, daß er mehr davon verstünde und sie ja nur eine schwache Frau sei. Dann aber fand Wing Chun eine Gelegenheit, ihm ihr können praktisch vorzuführen.
Und so oft sie zusammen kämpften, so oft wurde Leung Bok Chau von ihr besiegt. Erst dann erkannte er, daß die Frau, die er geheiratet hatte, eine große Meisterin der Kampfkunst war. Er bewunderte ihr Können sehr und übte von nun an regelmäßig mit ihr. Ihr zu Ehren benannte er dieses Kung Fu System später Wing Chun (Kuen).


Die Philosophie des Wing Chun
Die Grundlage des Wing Chun ist die chinesische Philosophie von Yin und Yang, dem Paar, der sich wechslseitig ergänzenden Kräfte, die ununterbrochen, ohne Stillstand, in uns wirken.

Die dunkle Hälfte wird Yin genannt. Er drückt das Passive aus. Der helle Teil heißt Yang. Er ist das Aktive, der den Kreis vervollständigt.Wobei ein kleiner Anteil des einen auch im anderen enthalten ist.

Die gegensätzlichen Prinzipien bilden eine sich Ergänzende Einheit.- Das eine kann nur durch die Harmonie der Beiden existieren. Entsteht ein Ungleichgewicht reagieren beide Teile sofort, die Ausgewogenheit wird wieder hergestellt. Bei extremen Veränderungen zerbricht diese Einheit zugunsten des einen oder anderen Teils. Die Einheit ist zerstört, eine neue Beziehung zwischen Yin und Yang muß gebildet werden.

Diese philosophische Anschauung kann auf das Leben, sowie in den Kampfkünsten angewendet werden, wobei sie im Wing Chun eine besondere Ausprägung besitzt. Er bewunderte ihr Können sehr und übte von nun an regelmäßig mit ihr. Ihr zu Ehren benannte er dieses Kung Fu System später Wing Chun (Kuen).


Das Training

Traditionelles Wing Chun wird gelehrt, die überlieferten Techniken werden unverfälscht, von kundigen Ausbildern weitergegeben.

Das Training vermittelt auf individuelle Weise, durch Theorie und Praxis, eine neue Art der Lebenseinstellung und Körperbeherrschung.

Verantwortungsbewustsein und Teamgeist werden geschult, die Grundlage für ausdauernde Bereitschaft zur Leistung, fördert die Persönlichkeit und die Verwirklichung angestrebter Ziele.

Trainingsziele des Wing Chun:

* Selbstvertrauen und Selbstsicherheit sollen aufgebaut werden * Körper, Geist und Seele sollen eine gewisse Zufriedenheit erlangen * überschüssige Energien, die aus Ängsten oder Aggressionen entstanden sind, sollen abgebaut werden * das Gemeinschaftsbewusstsein wird konstant aufgebaut * Vermittlung, dass alle Menschen gleich behandelt werden sollen * das Körperbewusstsein und das “sich selbst fühlen'” sollen erweitert werden * effektive Techniken der Selbstverteidigung werden erlernt * die Kraft des Gegners wird als eigener Vorteil genutzt * die sportliche und geistige Ausdauer wird stetig aufgebaut * Erfolge und Fortschritte werden schnell von jedem einzelnen erfahren

Vorteile des Wing Chun:

* das Wing Chun ist in jedem Alter erlernbar * für Menschen mit Schäden, egal welcher Art, kann das Training individuell angepasst werden (persönliches Vorgespräch erforderlich) * das Trainieren von flexiblen und effektiven Techniken erweitert das Selbstvertrauen und kann Ängste minimieren, zwanghafte Verhaltensweisen können abgebaut werden * durch das Trainieren der Reflexe soll der Kampfkünstler schneller reagieren, als sein Angreifer handelt * die Techniken sind ohne Krafteinsatz anwendbar und somit auch von Schwächeren sehr gut nutzbar * Verteidigung in der mittleren und nahen Distanz * die Konzentration und Koordination werden trainiert und gefördert * schonendes Training für den Rücken ohne Wurftechniken